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ICH BIN, WAS ICH VORGEBE ZU SEIN?

Fake in den sozialen Medien ist Realität. Wer ist schon, was er auf Instagram oder anderen Social Media Plattformen vorgibt zu sein? “Wer bin ich und was tue ich hier?”, frage ich mich immer öfter in Bezug auf das Blogger- und Influencer Business. Wobei “Business”, zumindest im Bezug auf mich, gerade das falsche Wort ist, denn mit dem Bloggen verdiene ich derzeit so gut wie gar nichts mehr. Was hat es mit dieser bunten, scheinbar heilen Instagram-Welt auf sich?

Fake in den sozialen Medien | Was ist echt an Instagram & Co?

Die Realität sieht anders aus. Es geht nicht um Qualität und Authentizität auf Instagram. Vieles ist nur Fake und die Lügenspirale schraubt sich immer weiter in die Höhe. Dass das Bloggen mir kein Einkommen mehr bringt, hat viele Gründe, zu denen einige Schicksalsschläge zählen. Ein Faktor ist auch meine Weigerung, auf der permanenten Selbstdastellungs-, Konsumanregung und Gewinnspiel-Welle mitzureiten. Deswegen bin ich auch aus dem Beauty-Blogger-Business ausgestiegen. Mehr zu diesen Gründen erfahrt ihr im Beitrag: “INTERIOR BLOG STATT BEAUTY? NEUE INSPIRATIONEN!”.

Ich weiß, diese thematische Neuorientierung hat mich ebenfalls Follower gekostet und einige meiner Leser enttäuscht. Doch meine Prioritäten haben sich in den letzten zwei Jahren stark gewandelt und ich möchte authentisch sein. Dreißig Lidschattenpaletten zu besitzen und immer auf der Jagd nach dem neuesten Highlighter zu sein, hat einfach nichts mehr mit mir zu tun.

EIN GROSSES DANKESCHÖN!

An dieser Stelle möchte ich zunächst einmal ganz herzlich der wunderbaren Caroline Kynast danken. Sie hat mich mit ihrer derzeitigen Instagram Kampagne gegen Fake und Neid zu diesem Beitrag inspiriert. Sie wehrt sich gegen diesen Fake in den sozialen Medien. Mit zahlreichen #Realtalk Stories und Aktionen rüttelt sie an der Scheinwelt von Instagram und Co.

Fake in den sozialen Medien | Die wahrheit über Instagram und Co

FAKE IN DEN SOZIALEN MEDIEN: HEILE WELT INSTAGRAM?

Ach, die Welt ist so schön. Zumindest auf Instagram scheint das so zu sein. Alle Menschen sind so unglaublich jung und wunderbar. Sie leben in hellen Scandi-Wohnungen mit zwei bis drei bildhübschen Kindern und einem fleckenfreien weißen Leinensofa. Im Sommer fahren sie mit der ganzen Family, ersatzweise der trendigen Clique, im Luxuswohnmobil die kalifornische Westküste herunter oder chillen auf Bali. Du darfst heute sogar Ü 40 auf Instagram sein, solange du aussiehst wie 17. Nur die 17jährigen dürfen aussehen wie 24.

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THINK POSITIVE | POSITIV DENKEN UND DIE WELT GEHÖRT DIR

Das Thema “Schein und wenig Sein” hatte ich bereits im Beitrag “INSTAGRAM: 3 DINGE, DIE ICH NICHT MEHR SEHEN MÖCHTE” behandelt, doch es liegt mir noch mehr auf dem Herzen. Wenn ich dem glaube, was ich auf Instagram sehe, ist das mit dem Leben eigentlich total einfach: Du musst nur immer positiv denken und alles wird automatisch großartig.

Der Umkehrschluss ist leider fatal: Passieren dir schrecklich Dinge oder hast du keinen Erfolg, bist du nach dieser Denke selbst schuld. Daraus resultiert, dass wir uns in Lebenskrisen nicht nur (berechtigt) unglücklich fühlen, sondern auch noch schrecklich schuldig.

WANN PLATZT DIE INFLUENCER-BLASE?

Fake in den sozialen Medien | Was ist echt an Instagram & Co?Es ist wie bei dem Märchen “Des Kaisers neue Kleider”. Wann steht jemand auf, zeigt mit dem Finger auf das Geschehen und sagt die Wahrheit? Einige mutige tun dies bereits, Menschen wie Caroline, zum Beispiel. Doch die meisten wollen das immer noch nicht hören und sehen prunkvolle Gewänder, wo in Wahrheit nur das nackte Elend herumspaziert. Und weil alle nicht genau hinsehen und denken, all dieser Fake in den sozialen Medien sei die Wahrheit, entsteht auch Neid. Das fragen sich Influencer: Warum besitzt sie so eine tolle Handtasche? Wie kann sie sich das leisten? Warum bekommt er, sie, es so eine tolle Kooperation und ich nicht?

NEID UND FAKE IN DEN SOZIALEN MEDIEN

Doch so vieles entspricht überhaupt nicht der Wirklichkeit. Typische Fakes auf Instagram und in den anderen sozialen Medien sind:

  • Filter: Ob in Stories oder im Feed, die meisten sehen in der Realität so nicht aus, sondern verwenden so starke Filter, dass am Ende vom echten Gesicht kaum mehr etwas bleibt.
  • Fake-Besitz: Das wird die Handtaschen-Fälschung als Original ausgegeben. Oder Statussymbole wie die Prada- oder Chanel-Tasche, die bestimmte Uhr und Schmuck werden nur ausgeliehen und als eigener Besitz “verkauft”.
  • Angebliche Kooperationen: Hat man sich früher für Kooperationen noch gerechtfertigt, werden sie heute gefaked. Klamotten werden nicht gesponsert, sondern nur ausgeliehen oder gar selbst gekauft. Dies wird dann wie eine Kooperation dem Fashion-Label oder Designer dargestellt. Die Follower sollen denken, dass so wichtige Kooperationspartner mit einem arbeiten.
  • Event-Fake: Blogger und Influencer posieren vor den Show-Locations großer Designer, obgleich sie gar keine Einladung haben.
  • Lifestyle-Fake: Influencer geben vor, jedes Wochenende nur in den angesagten Clubs unterwegs zu sein. Sie posieren vor Autos, die ihnen gar nicht gehören und sogar ganze Reisen werden erfunden.
  • Gefakte Zahlen: Nach wie vor kaufen Influencer fleißig Follower und Likes. Wenn bei jemandem die zahlen kurzfristig total ansteigen, schaut euch die neuen “Fans” an. Es sind meist tote Fake-Accounts, sprich gekaufte Follower.
  • Fake-Freundschaften: Manche kleineren Blogger und Influencer hängen sich gerne an erfolgreichere Kollegen, um ein bisschen von diesem Glanz abzubekommen. Sie erhoffen sich selbst mehr Reichweite, in dem sie mit X oder Y gesehen werden. Mit Freundschaft hat das nicht zu tun.

FAKE IN DEN SOZIALEN MEDIEN: NEIDISCH AUF SCHEIN STATT SEIN

Das Ergebnis ist: Neid. Mir persönlich ist dieses Gefühl eher fremd, denn mir bedeuten diese Dinge gar nichts. Für mich misst sich der Wert eines Menschen nicht an einer perfekten Nase, einem tollen Auto oder einem mega Loft.

Doch viele, vor allem auch jüngere Menschen, fragen sich:

  • Warum können andere sich diesen Lebensstil, diese Reise, dieses Auto u.s.w. leisten?
  • Weshalb wird Miss X oder Mr Y auf diese Shows und Events eingeladen und ich nicht?
  • Alle anderen haben so viele Follower, warum ich nicht?

Das Absurde ist: Es handelt sich um Neid auf Dinge, die in der Regel gar nicht existieren. Das Schlimme ist, diese aufgeblasene Scheinwelt wird von den sozialen Medien unterstützt. Fake in den sozialen Medien wird belohnt. Die Bilder halbnackter, perfekt retuschierter Körper, der Designer-Handtasche oder auch die des mega Lofts, werden weitaus mehr ausgespielt als Fotos der echten Welt.

Ist es nicht traurig, wenn ich unbezahlt kostenlose Werbung für Unternehmen mache und versuche ich damit aufzuwerten? Bin ich nur jemand, wenn ich gewisse Statussymbole zeigen kann? Ist mein eigenes Leben so traurig, dass ich eines vorgebe, das ich gar nicht führe? Daraus wird eine Spirale immer größerer Lügen und ins Unendliche wachsender Fakes. Es wird Zeit, aus diesem Hamsterrad auszusteigen.

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EIN BISSCHEN SCHEIN DARF SEIN

Instagram muss nun keine Dokumentation von schlimmen Pickeln, Migräneattacken und ungeputzten Ecken unserer Wohnungen werden. Natürlich zeigen wir uns gerne von unserer besten Seite und müssen auch nicht das hässlichste Foto von uns veröffentlichen. Aber genau das ist der Punkt: Zeigen wir uns doch von UNSERER besten Seite. Da darf man auch einen Pickel oder eine Zornesfalte retuschieren. Klar, schiebe auch ich die Unordnung manchmal von einer Ecke in die andere, wenn ich meine Wohnung ablichte. Und natürlich bearbeite die Bilder im Tonwert etc. nach.

FACEAPP ODER WER BIN ICH?

FaceApp habe ich mir einmal zum Spaß heruntergeladen und nie eingesetzt. Ich fand die Ergebnisse wirklich zum Piepen. Mit diesen Filtern sah selbst ich mit meinen 53 Jahren aus wie eine Mischung aus Victorias Secret Model, Barbie und einem Manga-Mädchen. Ich bin nicht mehr Zwanzig und ich wohne auch nicht in einem Riesenloft. Zudem ist mein Leben nicht immer wunderbar.

DU MUSST NUR POSITIV DENKEN?

Positiv denken ist sicher eine schöne Sache und fällt dem einem leichter und dem anderen weniger. Zuversicht und das Glas lieber halb voll als halb leer zu sehen, mag das Leben leichter machen. Doch ist es eine Tatsache, dass wir von Gegebenheiten abhängig sind, die wir nicht beeinflussen können. Neben der Sonnenseite bietet das Leben auch Schicksalsschläge oder einfach mal reines Pech. Das alles ist das Leben und macht es und uns aus. Nicht alles kann man sich schön denken und wir sind nicht schuld daran, wenn nicht alles perfekt ist. Dies aber versucht uns dieser Fake in den sozialen Medien zu vermitteln.

FÜR MEHR AUTHENTIZITÄT STATT FAKE

Fake in den sozialen MedienWünsche dir nicht den Po von X, die Nase von Y , das Auto  von Z und eine Followerzahl wie B. Schau hin und sieht, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Fokussiere dich auf das, was dich interessiert und du mitteilen möchtest. Zeige wer du bist und was dich interessiert und fake nicht in den sozialen Medien. Es geht nicht darum zu zeigen, was du glaubst, dass es andere sehen möchten oder von dir erwarten.

SOCIAL FAKE ODER ERFOLG DURCH AUTHENTIZITÄT?

Ich kann nicht versprechen, dass dies derzeit auf Instagram unbedingt ein Erfolgsrezept ist, zumindest, was die Statistik betrifft. Authentizität wird im Augenblick vom Algorithmus auf Instagram wohl eher nicht belohnt. Wenn sich aber immer mehr Menschen dem Fake-Druck entziehen, wird es vielleicht wieder eine realere Community geben. Mich selbst macht es zumindest zufriedener, mein Ding zu machen, als etwas vorzugeben, was ich nicht bin. Warum soll ich unerreichbaren “Idealen” hinterherzujagen, die nur eine Blase sind?

INSTA-LUST ODER DOCH EHER FRUST?

Aber natürlich nervt es mich, wenn ich ein tolles Bild mit sinnigem Text poste und nach 20 Minuten meine Reichweite bei 0, ja wirklich 0,00 liegt. So ist das im Moment häufig. Dieser Sceenshot meine Handys zeigt die Statistik eines meiner Bilder zwanzig Minuten nach der Veröffentlichung. Natürlich schadet das meinem Business, denn so bekomme ich keine fairen Kooperationen. Niemand zahlt für Werbung, die keiner sieht. Für mein Einkommen und meine Existenz ist das nicht leicht. Deswegen posiere ich aber dennoch nicht mit falschen Statussymbolen oder gebe vor, jemand zu sein, der ich nicht bin. Letztendlich sagt mir das eines: Ich darf mich von solchen Faktoren nicht abhängig machen oder gar runterziehen lassen.  Und dies ist eben nur eines: Instagram, eine App, dies ist nicht mein Leben!

Macht es euch immer wieder klar: Das, was ihr auf Instagram oder anderen sozialen Plattformen seht, ist nicht das echte Leben. Es ist ungefähr so glaubwürdig wie eine Jennifer Lopez oder Janet Jackson, die behaupten, dass sie mit über 50 nur so aussehen, weil sie vier Liter Wasser am Tag trinken.

GEGEN SOCIAL MEDIA FAKE: FÜR MEHR REALITÄT AUF INSTAGRAM?

Wie denkt ihr darüber? Wie wichtig ist euch als Blogger oder Influencer der Erfolg in Zahlen? Und wie seht ihr das aus der Sicht des Followers oder Lesers? Überlegt ihr manchmal, ob das Gezeigte so echt ist oder ob diese Menschen tatsächlich ein solches Leben führen?

Ich freue mich sehr auf eure Meinungen und Kommentare! Lass mich mal wissen, wie ihr darüber denkt!

 

EUER STYLEPEACOCK

CHRIS

 

Ihr möchtet noch etwas mehr Authentisches über mich erfahren? In diesem Interview im SWEET SPOT Magazin spreche ich über mein Leben, das wenig mit  Glamour und viel mit Existenzkampf zu tun hat. Ein Leben, jenseits von dem Fake in den sozialem Medien, der mich so ungeheuer nervt.

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Gewürzland Hanf

6 comments

  1. Hi,
    ich finde was man in den sozialen Medien wie Instagram verkörpert, ist meist nur ein Teilauszug der jeweiligen Person. Negatives oder schlechte Tage teile ich auch nicht auf Instagram, denn ich möchte andere primär inspirieren. Dementsprechend überlege ich mir dann auch welchen Content ich mit der Öffentlichkeit teilen möchte, und welchen nicht.
    Werbung mache ich prinzipiell nur für Produkte, hinter denen ich auch stehen kann. Denn ich möchte meinen Followern nicht Produkte empfehlen, die ich nicht auch entsprechend vertreten kann.
    LG

    1. Liebe Cordula, ja, das finde ich gut. Zu viele preisen einfach alles an, nur damit sie Warenproben bekommen oder eben gegen Honorar.
      Viele liebe Grüße
      Chris

  2. Vielen Dank, meine Liebe, für diesen ehrlichen und ausführlichen Beitrag. In den meisten Punkten stimme ich dir zu. Für mich ist das alles nur ein Hobby. Ich möchte damit kein Geld verdienen, freue mich aber über Einladungen zu Veranstaltungen und probiere gerne neue Produkte aus. Dabei ist es mir wichtig authentisch zu sein. Über Produkte, die mir nicht gefallen, schreibe ich erst gar nicht. Sehr gerne treffe ich mich mit Freundinnen zum Foto-Shooting. Für ein bisschen Abwechslung tauschen wir für die Fotos dann auch mal Jacken und Taschen. Das empfinde ich nicht als Fake. Es macht auch einfach Spaß, neue Dinge zu kombinieren. Für Designer oder Läden, die ich liebe, mache ich auch gerne mal unbezahlte Werbung, eben weil ich das echt so meine. Neid nehme ich auch weniger wahr, sondern im Gegenteil Aufmunterung, Komplimente und positive Kommentare. Manche Punkte sehe ich daher nicht so kritisch wie du. Alles Liebe, Steffi

    1. Liebe Steffi, danke für dein ehrliches Statement. Das mit dem Umsonst werbung machen sehe ich tatsächlicher kritischer, solange es nicht für einen guten Zweck, wie ein soziales oder Umweltprojekt, ist. Für ein kleines neues Label kann man vielleicht auch gegen Produkte Werbung in einem bestimmten Umfang machen. Mir geht es einfach darum, dass Firmen für ihre Werbung zahlen sollen und viele im (eher kleinen) Blogger und Influencer mittlerweile ganz selbstverständig den nahazu kostenfreien Werbekanal sehen. Das sehe ich völlig unabhängig davon, on ´b man auf das Geld angewiesen ist oder nicht. Auch wenn es Spaß macht, es bleibt eine Dienstleitung für ein Unternehmen. Wenn ich meinen Job gerne mache, schenke ich ja meinem Arbeitgeber auch nicht mein Gehalt. Daher sehe ich das mit der Werbung umsonst kritischer als du, aber ich finde es to,ll wenn man ehrlich und transparent zu seiner Einstellung steht. Danke für deinen tollen Komentar und liebe Grüße
      Chris

  3. Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Leute sowas nötig haben!
    LG
    Sabienes

    1. Ja, das finde ich auch udn man frat sich, warum?
      Viele liebe Grüße
      Chris

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