Scheue und ängstliche Katze eingewöhnen? 4 super Tipps!

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Eine Fellnase aus dem Tierschutz ist nicht selten eine scheue und ängstliche Katze, oftmals auch regelrecht traumatisiert. Du bekommst eine Katze aus dem Tierheim, Tierschutz oder eine Pflegestelle oder vielleicht auch zwei oder mehrere? Viele Katzen, die im Tierschutz landen, haben schlechte Erfahrungen gemacht. Oder aber sie kennen schlichtweg keine Erfahrung in einem liebevollen familiären Umfeld, weil sie verwildert sind. Eine scheue und ängstliche Katze ist nicht ohne Grund so, aber sie ist nicht in der Lage, dies zu erzählen. Wir wissen nicht, was ihr widerfahren ist. Es ist wichtig, sich dies klarzumachen.

Scheue und ängstliche Katze eingewöhnen? 4 super Tipps!
Scheue und ängstliche Katze eingewöhnen? 4 super Tipps!

Die passenden Tierschutzkatzen finden

Als für mich geklärt war, dass ich trotz früherer Katzenallergie wohl auch normale Hauskatzen wieder vertrage, ging es auf Katzensuche, mehr dazu in >> diesem Beitrag.

Klar war für mich, dass ich zwei Katzen möchte, denn bei mir gibt es keine Möglichkeit des Freigangs. Für reine Stubentiger ist es in der Regel empfehlenswert, gleichartige Gesellschaft zu haben. Ausnahmen sind natürlich ausgesprochene Einzelgänger, die aufgrund ihrer Erfahrung oder ihres Charakters keine Konkurrenz zulassen.

Scheue und ängstliche Katze gleich unvermittelbar?

Mir war es wichtig Katzen zu nehmen, die es möglicherweise etwas schwerer haben, ein passendes Heim zu finden. Meine beiden, Freddy und Polly, hatten wohl schon diverse Besuche möglicher Adoptiveltern in ihrer liebevollen Pflegestelle erlebt. Obwohl schon im Vorfeld offen kommuniziert wurde, dass die beiden alles andere als zutrauliche Kuschelkatzen sind, gab es da wohl mehrfach falsche Erwartungen. Sowohl Polly als auch Freddy galten als scheue und ängstliche Katzen. Mir war dies bewusst. Viele andere wünschen sich aber offenbar eine Katze, die sofort verschmust ist und direkt viel Liebe zurückgibt. Daher hatten die beiden trotz ihres entzückenden Aussehens und bester körperlicher Gesundheit nach einem Jahr in der Pflegestelle noch kein neues Zuhause gefunden.

Verwahrloste, scheue und ängstliche Katze zutraulich machen

Unsere erste Begegnung verlief dennoch positiver als erwartet. Es war von deren Seite aus vielleicht noch nicht die ganz große Liebe, aber zumindest eine starke Sympathie. Für eine scheue und ängstliche Katze ist natürlich auch nicht möglich, sofort zum Schmusetiger zu mutieren. Immerhin nahmen beide von mir mitgebrachte Leckerli aus meiner Hand an und Polly legte sich auf meinen Rucksack neben mich. Dies war wohl bereits viel mehr Zutraulichkeit, als sie je zuvor Fremdem gezeigt hatten.

Scheue und ängstliche Katze eingewöhnen? 4 super Tipps!

In meinem Beitrag „Große Katzenliebe: 2 Tierschutzkatzen zum Liebhaben“ erfahrt ihr die Details, wie sie schließlich zu mir kamen. Auch nach einem Jahr in der doch liebevollen Pflegestelle ließen sich beide nicht anfassen, geschweige denn streicheln. In einer Pflegestelle gibt es in der Regel zu viele Katzen, um jeder ein intensives Verhaltenstraining zu geben. Zudem möchten Pflegeeltern von Katzen auch kein zu inniges Verhältnis aufbauen. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass es nur eine Liebe auf Zeit ist.

Mir war klar, dass eine scheue und ängstliche Katze den richtigen Umgang mit ihr benötigt, um zutraulich zu werden. Meine hatten dort eine liebevolle Unterkunft, aber es war an der Zeit für ein dauerhaftes Zuhause.

Wie wird die scheue und ängstliche Katze ein Schmusetiger?

Ob eine Katze nun tatsächlich traumatisiert ist oder nicht: Sich zunächst als scheue und ängstliche Katze nach der Ankunft zu präsentieren, ist völlig normal. Dies alleine heißt nicht, dass die Katze ein Trauma durchlebt hat. Schließlich kommt sie an einen unbekannten Ort zu fremden Menschen. Sie kennt die Wohnung nicht und hat keinen Bezug zu den neuen Mitbewohnern. Es riecht anders und es herrschen völlig andere Gewohnheiten. Das ist es nur verständlich, wenn die Katze scheu und ängstlich ist.

Regeln für das Eingewöhnen einer neuen Mieze

Zunächst einmal ist festzustellen, was nicht infrage kommt. Diese Dinge liebt eine scheue und ängstliche Katze gar nicht:

  • Druck ausüben
  • überschwängliche Liebesbekundungen
  • unaufgeforderte Streicheleinheiten
  • aufdringliches Anstarren
  • permanente Nähe
  • ununterbrochen zugeredet zu bekommen
  • Räume ohne Versteckmöglichkeiten

Vorbereitung auf die Ankunft der Miezekatze(n)

Wenn die neuen Fellnasen bei Dir einziehen, sollte einiges gut vorbereitet sein:

  • Katzentoilette in Sichtnähe, wenn ihr sie aus der Transportbox lasst
  • sichtbarer Futterplatz und mehrere Trinkangebote, auch weiter von Fressen weg
  • schnelle Versteckmöglichkeit
  • Ausblickmöglichkeiten
  • ein Angebot an diversem Katzenspielzeug

FREE: Die Lösung für deine scheue und ängstliche Katze

Diese vier Punkte sind der Weg, die eine scheue und ängstliche Katze aus der Reserve lockt:

  1. Freiraum
  2. Ruhe & Rückzugsmöglichkeiten
  3. Entspannung 
  4. Essen (ja, Liebe geht durch den Magen)

1. Freiraum für deine scheue und ängstliche Katze

Gib deiner neuen Katze die Möglichkeit und den Freiraum ihr neues Zuhause für sich zu entdecken. Es ist ihr neues Revier und das muss sie zunächst erst einmal begreifen, ehe sie anfängt, es zu erkunden. Es ist auch gleich, wie lange diese Phase andauert. Jede anfangs scheue und ängstliche Katze hat ihr eigenes Tempo, sich zu aklimatisieren. Manche Katze benötigt nur Stunden oder Tage, eine andere Monate, bis sie zutraulich ist.

2. Ruhe & Rückzugsmöglichkeiten für den neuen Stubentiger

Wenn die Katze ankommt, traut sie sich vielleicht gar nicht gleich aus der Transportbox. Je nach Katze bleibt sie zunächst darin oder sie flieht panisch heraus. Eine weniger scheue und ängstliche Katze geht möglicherweise auch gelassen in den neuen, unbekannten Raum. Besonders wichtig ist, dass das Umfeld nun ruhig ist und eine Auswahl diverser Rückzugsmöglichkeiten bietet.

Biete der Katze Räume wie unter das Sofa oder Bett zu huschen oder auch in eine Katzenhöhle, falls sie diese direkt annimmt. In der Regel versteckt sich die Katze zunächst unter Möbeln.

Platziere die Katzentoilette sichtbar in der Nähe und mindestens eine weitere in einem anderen Raum. Für reine Stubentiger gilt als Faustregel: mindestens eine Katzentoilette mehr als Katzen im Haushalt sind.

3. Entspannung für die angespannte Mieze

Es ist wichtig, dass der Raum, in dem die Katze nach ihrer Ankunft Unterschlupf gesucht hat, ein Ort der Ruhe und Entspannung ist. Hektisches Herumlaufen, spielende Kind oder gar laute oder aggressive Stimmen verwirren und verunsichern die scheue und ängstliche Katze noch mehr. Eine ruhige Atmosphäre, in der die Katze alles findet, was sie benötigt, hilft ihr dabei, sich allmählich zu entspannen. Womit wir beim letzten Punkt wären.

Entspannende Rituale für die ängstliche und scheue Katze

Hat die anfangs so scheue und ängstliche Katze bereits so weit Mut gefasst, dass sie sich relativ sicher in ihrer neuen Umgebung bewegt und diese erkundet, ist es Zeit für den nächsten Schritt. Gemeinsames Spielen schafft Freude, Vertrauen und die nötige Entspannung. Eine Katzenangel ist ein prima Einstieg. Hier habe ich die Möglichkeit, die Katze wunderbar zu bespaßen, ohne ihr zu nahe zu kommen.

Sicherheit geben regelmäßige Zeiten für diese Rituale. Katzen mögen Gleichmäßigkeit und feste Abläufe. Das vermittelt ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Bietet also euren Miezen relativ feste Zeiten zum Spielen an, z. B. immer morgens uns abends.

Freddy und Polly lieben ihre wilde Spielrunde nach dem Frühstück und eine weitere in den Abendstunden. Mittlerweile spielen sie auch viel miteinander. Aber auch dies tun sie erst, seit sie sich hier komplett sicher und geborgen fühlen. Nun wird gebalgt und die Treppe hoch und runter heruntergerast und sich ordentlich ausgetobt. Dazwischen tun sie natürlich, was alle Katzen sowieso am liebsten machen: schlafen. Am liebsten liegen dabei mittlerweile in meiner Nähe.

4. Essen: Fressi erobert Katzenherzen

Liebe geht durch den Magen, unbestritten ist das so. Platziere also frisches Futter in der Nähe vom gewählten Unterschlupf und natürlich auch ein Schüsselchen frisches Wasser. Falls die Katze nicht frisst, tausche Frischfutter regelmäßig aus oder versuche es zunächst nur mit Trockenfutter oder ein paar Leckerlis. Nimmt sie nichts an, teste ein anderes Futter, Katzen sind eigenwillige Feinschmecker. Angetrocknetes, altes Futter ist zudem eine Zumutung für die neue Miez.

Dosierte Nähe und Liebe für deine Stubentiger

Die wichtigste Grundregel ist: Die scheue und ängstliche Katze bestimmt das Tempo, mit dem sie allmählich zutraulicher wird. Auch wenn die Mieze sich allmählich freier und zunehmend sicherer in der Wohnung bewegt gilt: Bedränge niemals deine Katze! Das ist absolut tabu:

  • Das Tier ungefragt anfassen!
  • Permanentes auf die Katze einreden, denn das stresst sie ungemein.
  • Der Mieze in die Augen starren, egal wie schön grün oder gelb diese sind.
  • Die Fellnase einfach hochnehmen wollen.
  • Die Katze anschreien oder bestrafen, wenn sie etwas „Verbotenens“ tut.

Eine Katze, die am Designersessel kratzt, macht nichts falsch. Wenn du sie deswegen anschreist, reagierst du nicht richtig. Es gibt Wege, einer Katze gewisse Dinge abzugewöhnen, s. dieser Artikel. Solange die Katze noch scheu oder grundsätzlich sogar traumatisiert ist, sind auch in diesem Artikel empfohlene Dinge wie mit Wasser spritzen zunächst nicht angezeigt. Diese Tipps beziehen sich auf Katzen, die in ihrem Umfeld bereits sicher leben und mit ihm vertraut sind. Eine scheue und ängstliche Katze benötigt Ruhe und Sicherheit.

Durch Gewalt erziehen, funktioniert absolut nicht. Eine Katze ist lenkbar, aber nicht abzurichten wie ein Hund. Lest hierzu auch meinen Beitrag: „Bist du ein Katzenmensch? Welches Tier passt garantiert zu dir?“ Das Resultat von Strafaktionen ist eine noch völlig scheue und ängstliche Katze, die einem niemals vertraut und möglicherweise aggressiv reagiert. Das heißt, am Ende sind alle nur unglücklich. Katzen vergessen wenig und sind meist nachtragend.

Unbeschädigte Einrichtung oder glückliche Miezekatze?

Liebst du deinen Sessel mehr als die Katze, gilt es die eigene Haltung zu überdenken. Vielleicht ergibt eine Decke über dem geliebten Möbelstück mehr Sinn, als die Katze anzuschreien. Katzen zu halten bedeutet, den einen oder anderen Verlust hinzunehmen. Mitunter geht eine Vase zu Bruch, die Vorhänge haben kleine Löcher oder die schöne Satinbettwäsche zeigt Spuren vom liebevollen eifrigen Milchtritt der liebevollen Miezen. Wer das nicht aushält, ist kein Katzenmensch.

Scheue und ängstliche Katze eingewöhnen? 4 super Tipps!

Freddy & Polly: Der Weg zur Schmusekatze

Meine beiden Fellnasen leben nun seit Mai bei mir. Mittlerweile ist es September und wir haben unseren ersten Sommer gemeinsam verbracht.

Bei ihnen erlebe ich, wie unterschiedlich die Eingewöhnung bei jeder Katze verläuft. Am Anfang haben sich beide ja überhaupt nicht anfassen lassen. Schnell war mir klar, dass Freddy besonders neugierig und experimentierfreudig ist, während Polly sich als extrem scheue und ängstliche Katze zeigte.

Annäherung auf dem Weg zur Schmusekatze

Der erste Step war unkomplizierter als gedacht. Innerhalb weniger Tage bewegten sich beide recht frei in Wohnung, solange ich ihnen nicht zu sehr auf den Pelz rückte. Zwischendurch verschwanden sie allerdings beide noch stundenlang in die obere Etage, wo sie auch unauffindbar blieben. Irgendwo in der letzten Ecke unter dem Bett oder Gästesofa waren die Geheimverstecke.

Die Toilette haben sie von Anfang an angenommen, wenn auch erst nur eine von dreien. Bereits nach kurzer Zeit erschienen sie zu den Mahlzeiten auch in der Küche.

Die genauen Geschichten und wie unterschiedlich ihre Wege bisher waren, schildere ich euch in zwei gesonderten Blogposts zu Freddy & Polly.

Eines nehme ich vorweg: Freddy hat nur einen Monat benötigt, um sich in eine komplette Schmusekatze zu verwandeln. Wo ist die scheue und ängstliche Katze geblieben? Freddy ist superanhänglich und verschmust, liegt jede Nacht auf meinem Bauch und schnurrt sich die Seele aus dem Leib. Polly ist viel ängstlicher, aber nun nach vier Monaten haben wir einen großen Durchbruch erzielt. Mehr dazu folgend im Beitrag über sie.

Freddy & Polly: Glückliche und entspannte Stubentiger

Das Herz der beiden habe ich genau nach den vier beschriebenen FREE-Steps erobert. Das Tempo beider war sehr unterschiedlich, doch genau hier liegt das Geheimnis der FREE-Steps. Biete deiner Katze deine Liebe an, unterhalte sie und besteche sie ruhig ein wenig mit Leckereien, natürlich in Maßen. Aber fordere nichts zurück. Katzen bieten dir immer an, wozu sie bereits sind!

Raum für ein entspanntes Katzenleben

Zu meinen etwa 75 qm Wohnfläche auf zwei Etagen, habe ich so schnell wie möglich den 8,5 qm großen Balkon für meine Miezen katzensicher gestaltet. Das komplette DIY-Tutorial findet ihr im Beitrag: „Katzennetz ohne Bohren selbst anbringen: Schnell gemacht!

Hier gibt es viel zum Erforschen, aber auch eine Unmenge Rückzugsmöglichkeiten. Doch mittlerweile suchen beide meist meine Nähe, wenn sie nicht gerade im Blumentopf auf dem Balkon schlafen oder dort stundenlang Nachbarn, Vögel und Insekten beobachten.

So habe ich den Weg zu den Herzen von Freddy & Polly gefunden:

  • Angebote machen, aber niemals bedrängen.
  • Die Katze das Tempo vorgeben lassen und ihre Persönlichkeit und Vorgeschichte respektieren.
  • Nicht jede Katze steht auf ständiges Schmusen. Es gibt einfach unterschiedliche Charaktere.
  • Ich liebe beide wegen ihren total unterschiedlichen Persönlichkeiten umso mehr.
  • Niemals unkalkulierbar und aggressiv reagieren. Machst du deiner Katze Angst, verliert sie das Vertrauen, u. U. für sehr lange Zeit oder gar für immer.
  • Zu sehen, wie sie zunehmend entspannen, wenn sie ausreichend Raum dazu haben, ist das Wunderbarste überhaupt.

Mittlerweile haben sich aus zwei Rühr-mich-nicht-an-Charakteren liebevolle, schnurrende Miezekatzen entwickelt. Grundsätzlich ist Freddy verschmuster. Aber nachts auf dem Bett oder gegen Leckerli wandelt sich auch Polly in einen laut brummenden Schmusetiger. Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie glücklich und entspannt die beiden mittlerweile sind. Pollys Herz habe ich auch viel über ausgedehnte Spielerunden erobert. Denn sie liebt es, wenn ich mich lange und ausdauernd mit ihr beschäftige.

Finde die passende Katze für dich

Über diese Website des Deutschen Tierschutzbundes findest du ein Tierheim in deiner Nähe. Erkundige dich aber auch nach privaten Pflegestellen und gemeinnützigen Tierschutzvereinen, die aus Pflegestellen Tiere vermitteln. Kaufe niemals Tiere aus einer zwielichtigen Zucht, über zweifelhafte Anzeigen oder gar mit Übergabe auf einem Markt, einem Parkplatz oder der Straße.

Lebst du auch mit einer Fellnase oder gar mehreren zusammen? War deine Mieze auch eine scheue und ängstliche Katze, als sie zu dir kam? Hatte sie möglicherweise schon schlechte Erfahrungen gemacht?

Ich freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen!

EUER STYLEPEACOCK

CHRIS

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