Frieden durch Abschreckung? Gleichgewicht des Schreckens?

Frieden durch Abschreckung? Gleichgewicht des Schreckens?

Golden Days

Der Krieg in der Ukraine ist da und plötzlich ist das Thema wieder Frieden durch Abschreckung. Haben wir uns etwas vorgemacht? War es ein Irrglaube zu denken, dass wir uns auf einem guten Weg zu einer freien und friedlichen Welt zu befinden?

Ist Frieden durch Abschreckung möglich? Meine Gedanken zum Krieg in Europa!

Kalter Krieg statt warmem Frieden?

Haben wir uns nicht bis vor einigen Tagen als Bewohner einer sicheren und freien Welt gefühlt? Viele Menschen haben nicht ernsthaft damit gerechnet, dass Putin so offensiv einen grundlosen Angriffskrieg startet.

Die Rufe nach mehr militärischer Stärke sind unüberhörbar. Selbst aus den Reihen der Grünen erklingen sie nun deutlich. Unabhängig davon, wie gut oder schlecht die Bundeswehr dasteht, ist doch die Frage eine andere. Ist Frieden nur durch Abschreckung möglich oder ist Frieden überhaupt durch Abschreckung möglich? Bedeutet Kalter Krieg tatsächlich einen friedvoller Zustand?

Ist Frieden durch Abschreckung echter Frieden?

Bei Frieden denke ich an glückliche Kinder, die im Garten spielen. Dabei habe ich aber nicht das Bild vor Augen, dass derweilen ihre Eltern als Heckenschützen bis an die Zähne bewaffnet am Gartenzaun lauern. Immer das Gewehr im Anschlag, denn vielleicht hat ja der Nachbar die Absicht anzugreifen. Ist dies ein friedvoller Zustand? 

Das kennen wir doch bereits. Ich erinnere mich an die 1980er Jahre. Die erste Hälfte dieses Jahrzehnts der 80er war geprägt durch den Kalten Krieg zwischen den Supermächten USA und UdSSR. Als mit Gorbatschow die Entspannung begann, setzte ein neues Sicherheitsgefühl ein. Abrüstung und Diplomatie statt Abschreckung.

Mehr Waffen für größeren Frieden?

Ist ein „Frieden“, der auf der Angst vor den Waffen des anderen beruht, ein friedlicher Zustand. Ich sage, so ist es nicht. Dies ist ein Zustand des Kalten Krieges, der stets in Gefahr ist, heiß zu laufen.

Ukraine Flagge im Regierungsviertel in Berlin bei der Ukraine-Demo am 27. Februar 2022

Kein Frieden durch Abschreckung

Abschreckung bringt keinen Frieden. Der Fehler liegt in mangelnder militärischer Stärke. Es gibt wohl Versäumnisse in der Ausstattung der Bundeswehr, doch dies ist ein anderer Punkt. Viele NATO-Partner verfügen über hohe Waffengewalt und auch Atomwaffen. Nichts davon hat Putin aufgehalten. Brauchen wir nicht andere Strategien, um solche Attacken aufzuwenden?

Frieden durch Diplomatie statt Abschreckung?

Hat die´ Diplomatie nun endgültig ausgedient? Dies ist sicherlich nicht die Lösung. Diplomatie und Handlungsfähigkeit, auch jenseits von Militärschlägen sind der einzige probate Weg zu Frieden. Was nicht geht, ist das große Wegschauen, das in den letzten Jahren und Jahrzehnten stattgefunden hat. Hier liegt das große Versäumnis nicht in mangelnder Aufrüstung. Auch denke ich zudem nicht, dass eine Regierung Merkel tatsächlich an „Wandel durch Handel“ geglaubt hat. Profit durch Handel trifft es wohl eher. Wirtschaftlicher Vorteil um jeden Preis war wohl eher die Devise. 

Friedlicher Kampf für Freiheit?

Regime mit autokratischer Führung wie in Russland oder China sind keine verlässlichen Partner und auch keine Freunde. Aber die westliche Welt macht unentwegt fette Geschäfte mit diesen Staaten und liefert diesen zudem Mittel und Technik zur Kriegsführung. Wir dealen mit dem Teufel und wundern uns dann über Höllenfeuer?

Luxusautos für China und Gas aus Russland. Viel zu stark sind wir wirtschaftlich diesen Diktaturen verwoben. Oligarchen kaufen Großstädte wie London und Berlin auf.

Demokratie, Frieden und Freiheit durch Haltung statt Abschreckung

Unsere Welt bewahren wir nur, wenn wir die Werte auch leben, die wir vertreten. Profitgier auf Kosten von Freiheit und sogar Menschenleben ist sicher kein glänzendes Vorbild, dem sich auf Dauer mehr Völker anschließen. Die besten Beispiele sind die absurde Olympiade in China und die kommende Fußballweltmeisterschaft in Katar.

Mit echten Werten überzeugen

Die westliche Welt lebt nicht die Werte, mit denen sie sich so gerne schmückt. Wirtschaftlicher Erfolg erforderte in den letzten Jahrzehnten bereits viel zu viele Opfer. Soziale Gerechtigkeit und die Umwelt sind auf der Strecke geblieben. Bei Menschenrechtsverletzungen und unwürdigen Arbeitsbedingungen unserer Handelspartner sieht die so selbstgerechte „freie Welt“ gerne weg.

Die westlich-demokratische Welt möchte dem Rest der Erde zeigen, dass es sich lohnt, für diese Werte zu kämpfen? Dass es Sinn ergibt, sich gegen autokratische Systeme aufzulehnen? Bigotterie macht uns keine Ehre und dient nicht als Orientierung.

Während in der Ukraine Zivilisten sterben, diskutieren deutsche Politiker, ob wir durch eine Sperrung des SWIFT-Systems für Russland selbst zu viele finanzielle Nachteile erleiden. Mittlerweile sind zahlreiche andere beteiligten Staaten entschlossen und Deutschland zögert doch weiter (Stand 26. Februar 2022).

Bei der Ukraine-Demo am 27. Februar 2022
Ukraine Friedensdemo am 27. Februar 2022 in Berlin

Kein Frieden durch falsche Abschreckung

Schreckt nicht das bigotte Verhalten der demokratischen Staaten ab, für die Werte der Freiheit und Demokratie zu kämpfen? Ich persönlich glaube nicht, dass uns eine unendliche Aufrüstung Frieden bringt. Natürlich ist es wichtig, dass wir ein fairer Partner in einer Gemeinschaft wie der NATO sind. Hier haben wir sicher Versäumnisse. Doch grundsätzlich ist der Weg zu Frieden nicht der durch Abschreckung.

Wir überzeugen Menschen, in dem wir die Werte leben, für die wir stehen. Es gilt, sich unabhängiger von Systemen zu machen, die Menschenrechte und unsere Welt mit Füßen treten. Für eine Situation, wie sie jetzt besteht, die eines unsinnigen und ungerechtfertigten Angriffskrieges, heißt es Geschlossenheit zu zeigen. Stärke durch Solidarität, Entschlossenheit und zudem konsequentes Vertreten der Werte, die den Unterschied machen.

Ein Mann installiert und inszeniert sich selbst und riskiert die Sicherheit der ganzen Welt. Sein Handeln ist von gestrigem Gedankengut, von Eroberung und einem russischen Großreich bestimmt. Das alles hatten wir auch schon in Deutschland. Wem nutzt das und wer braucht dies außerdem als dieser Einzelne, der sich so ein Denkmal setzen möchte? Dieser (Un)Mensch verursacht hiermit unendliches Leid, das nicht wieder gutmachen ist. Da denke ich an andere Möglichkeiten, wie dem ein Ende zu setzen ist. Sicherlich geschieht dies nicht durch einen globalen Krieg. 

Wie denkt ihr darüber? Was macht euch derzeit besonders Angst oder wo liegt eure Hoffnung?

Ich freue mich auf eure Meinungen.

EUER STYLEPEACOCK

CHRIS

Mehr Statements zur Situation findet ihr auch bei mir auf Instagram. In meiner Kategorie „Laut gedacht“ hier auf dem Blog spreche ich über Themen, die mich bewegen.

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Frieden durch Abschreckung? Gleichgewicht des Schreckens?“

  1. Wir sind eine Generation, die im Frieden aufgewachsen ist. Uns wurden Geschichten erzählt und Schulbildung hat uns an die Vergangenheit erinnert. Traurig und erschreckend, dass die Menschheit nichts daraus gelernt hat. Es fühlt sich so unecht an und trotzdem ist es da. Hoffen wir auf baldiges gutes Ende. Liebe Grüße!

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