FRISEUR SPIELEN

Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen brennenden Wunsch, eine eigene Barbie zu besitzen, obgleich dies über 40 Jahre her ist. Wir waren drei Kinder, hatten gerade ein Haus gebaut und das Geld saß nicht locker.

Für mich als Jüngste war es selten und kostbar, eigene Spielzeuge oder auch neue Kleidung zu bekommen. Mein größter Wunsch war eine ZAUBERHAAR-BARBIE. Neben dem ondulierbarem, superlangem Haar, das man mit einer Art pinkfarbenem “Lockenstab” rollen konnte, besaß sie außerdem biegsame Kniegelenke. Die Jüngeren mögen denken, ja, und? Damals war das neu, die älteren Barbies hatten alle steife Gelenke.

Tatsächlich wurde mir mein Herzenswunsch erfüllt und unter dem Weihnachtsbaum fand sich die Zauberhaarbarbie. Ich war so glücklich und stolz auf meine Prachtpuppe.

Nachen ich sie einige Wochen frisiert hatte und die Stylings sich erschöpften und das Haar sich auch gar nicht mehr so recht rollen ließ, machte ich mich als Friseur ans Werk. Ich verpasste meiner Traumhaar-Barbie einen flotten Kurzhaarschnitt. Sie hatte doch ZAUBERHAAR! Ich glaube, ich dachte ernsthaft, es wächst wieder.

Wie ihr euch vorstellen könnt, ist dies nicht passiert. Danach habe ich mich darauf verlegt, meiner Barbie Kleider zu schneidern 😀 Viel Haar für kreative Ausbrüche war ja auch nicht mehr gegeben. Daran musste ich denken, als ich dieses Video* sah. Echtes Haar wächst ja zum Glück wieder! Kein Video da? Dann einfach einmal den AdBlocker ausschalten.

Ach ja, Haare schneide ich − trotz dieser “traumatischen Erinnerung” immer noch gerne. Meinem Sohn habe ich viele Jahre die Haare selbst geschnitten. An meine Mähne lasse ich auch schon lange keinen Friseur mehr. Der Grund ist eine andere “traumatische” Geschichte. Das erledigt heute Salon Walz persönlich 😉

 

 

Mir fallen gerade noch weitere Dinge ein… Als Teenager habe ich meiner Mom mit Lebensmittelfarbe zu Fastnacht die blonden Haare in knallbunten Streifen bepinselt… Heute weiß ich, wie haltbar Lebensmittelfarbe ist. Es war wohl die längste Fastnachtssaison aller Zeiten. 😀

Habt ihr auch solche Kindheitserinnerungen, solche Streiche verübt, oder einprägsame Dinge rund um Haare erlebt?

Ich bin gespannt!

Euer stylepeacock

Chris

 

− *dieser Beitrag enthält ein gesponsortes Video −

2 comments

  1. Hallo liebe Chris,
    Dankeschön für Deine Souvenirs, die bei mir viele Erinnerungen wachgerufen haben, wenn auch zum Teil in eine etwas andere Richtung.
    Ich bin ja noch ein paar Jährchen älter als Du, doch die Sache mit der Barbie ist bei mir so präsent, als sei es gestern gewesen.
    Dazu muss ich vorausschicken, dass ich in einem ziemlich schrägen Umfeld groß geworden bin. Die Familie war “gespickt” mit ausgeprägten Persönlichkeiten, vieles war voller Widersprüche und Kontraste, ein richtiges Kaleidoskop an Charakteren und Extremen. Es gab komische, tragische, grenzüberschreitende Erfahrungen, Tag für Tag, der Alltag stets grotesk bis bizarr.
    Auch ich habe mir heiß und innig wenigstens eine Barbie gewünscht.
    Doch meine Erziehung war unter anderem geprägt von einem ausgewiesenen Anti-Amerikanismus. Dies beeinflusst mein Denken und Handeln bis heute, vielleicht geht es Dir und anderen hier auch so, überhaupt merke ich gerade jetzt in der Gegenwart, wie stark alles, was ich heute tue, wie ich handle und die Dinge bewerte, von meiner Erziehung und meinem Elternhaus beeinflusst worden ist. Noch vor zehn oder fünf Jahren war mir das gar nicht so bewusst.
    Also gab es selbstverständlich keine Barbie! Doch hielt mich dies nicht von meinen Vorhaben ab und so wurde ich so mit acht, neun Jahren als “Erntehelferin” bei meinem Großvater aktiv. Der hatte so eine, ich nenne es mal “Nebenbei-Aktivität”, mit Obstanbau laufen (Erdbeeren, Schattenmorellen, Pfirsische, Mirabellen, Süßkirschen, Johannisbeeren in allen drei Farben, jedoch vor allem die schwarzen – allein davon ein ganzes großes Grundstück voll). Ja, so habe ich mir damals mein erstes Geld verdient, 3 DM für einen Korb Schattenmorellen, 5 DM für die Johannisbeeren. Und so wurde der Traum von der Barbie auch für mich Wirklichkeit. Mein nächstes Projekt war dann ein Kleiderschrank für die Barbie. Wochenlang bin ich am Schreibwarenladen vorbeigeschlichen, da stand einer im Schaufenster, kein Original von Mattel, aber dennoch ein Objekt der Begierde, zweitürig, mit Tragegriff, mit kirschrotem Lack-Plastik bezogen und bunten Abbildungen von Ankleidepuppen im Barbie-Style. Das Ganze für 13,50 DM. Ja, und irgendwann hatte ich das Geld zusammen und der große Tag war gekommen!
    Es war der Sommer 1972, ich verbrachte die Sommerferien wieder mit meinem Vater bei meinen Großeltern in Ostdeutschland, und natürlich begleitete mich – ich voller Stolz – mein neuer Barbie-Koffer.
    Ich weiß noch, was für eine “Sensation” die beweglichen Knie darstellten, das war ein ganz “großer Wurf” und wurde auch entsprechend massiv beworben. Du hast völlig Recht, Chris, die Jüngeren können sich das manchmal gar nicht vorstellen, welchen “Fortschritt” manche – aus heutiger Sicht – ganz einfachen und selbstverständlichen Dinge darstellten.
    Bei mir war die Phase mit der Barbie dann jedoch recht schnell wieder vorbei, denn dann kam die sogenannte Sascha-Puppe, erinnert sich da hier noch jemand dran? Ich war fasziniert von diesen Puppen, leider ist nie eine bei mir eingezogen, die waren damals definitiv außerhalb meines persönlichen Budgets, da konnte ich noch so viel Obst ernten! Eine solche Puppe kostete damals so um die 100 DM oder auch mehr! Irgendwie hat sich diese Puppe auch nicht wirklich durchgesetzt, obwohl sie bis heute – zumindest was mich angeht – nichts von ihrer Faszination, ja von ihrem Mythos, verloren haben.
    Ich hatte ja weiter oben schon so ein bisschen über meine “schräge” Familie geschrieben, an Weihnachten steigerte sich das dann noch einmal exponential!
    Die Feiertage waren davon bestimmt, dass meine Urgroßeltern zu Gast waren, später, nach dem Tod meiner Urgroßmutter, nur noch der Uropa. Auch mein Großvater gab sich nahezu täglich ein Stelldichein.
    Die Urgroßeltern blieben meist so drei Wochen, über Weihnachten und Silvester. Mein Vater verbrachte viel Zeit in der Küche, meine Mutter hielt ihre “Altvorderen” bei Laune!
    Ich habe in meiner Familie sehr viel über das menschliche Mit- und Gegeneinander gelernt, ich profitiere heute mehr denn je davon, Weihnachten war eine besondere Lektion für mich!
    Diese Zeit hatte immer etwas Magisches für mich. Ich liebte es, wenn der Schnee fiel, es gab mir das Gefühl, die Zeit würde still stehen, und dies war genau nach meinem Geschmack! Heute ist das anders bei mir, doch das ist gut so.
    Am 01. Januar lasse ich immer meinen persönlichen Sommer beginnen, den ich dann – gefühlt – bis Ende Oktober ausdehne. Jetzt denke ich mir, dass “die paar Wochen” bis zum Neujahr ja wieder ganz schnell vorbei sein werden.
    Was die Haare angeht, habe ich “viel Lehrgeld bezahlt”. Verkorkste Do-it-yourself-Haarschnitte, misslungenes Haarefärben, wo ich mich, übrigens einmal auch über Weihnachten, nur mit Kopfbedeckung aus dem Haus wagte, alles dabei gewesen. Auch in diesem Bereich habe ich nichts ausgelassen!
    Ja, liebe Chris, und all Ihr anderen, Ihr seht, was manchmal so alles an verschütteten Erinnerungen durch einen kleinen Anstoß freigelegt wird!
    Liebe Grüße an alle von Ulrike.

    1. Liebe Ulrike, danke für den tollen langen Comment 🙂 Ich muss gerade auch an ganz viele der alten Geschichten denken. Die Kids heute wissen echt nicht mehr, wie das so war, welcher Schatz eine Puppe darstellen konnte. Ich habe auch Hunde ausgeführt… und gespart, um mir kleine Träume zu erfüllen. Aber die Dinge waren dann echte Schätze.

      LG
      Chris

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