DSC_0726Gestern habe ich in der Schirn am Römer in Frankfurt die Ausstellung zum Leben der BOHÈME, der Künstler und ihrer Kreise am Montmartre im Paris um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert, besucht. Der Montmartre, ein damals erst kurz eingemeindetes Dorf, entwickelte sich in dieser Zeit zu einer preiswerten Wohngegend. Junge, noch unbekannte, experimentierfreudige junge Künstler ließen sich dort nieder. Aus der Mischung der einfachen Bevölkerung, Näherinnen, Wäscherinnen, zahlreiche Frauen, die durch solche Arbeiten allein nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten, ging eine Subkultur mit Bordellen, Gauklern, Kleinkriminellen und eben jenen jungen Malern hervor.

Heute liest sich die Liste der damaligen Atelierbesitzer wie das WHO IS WHO DER MODERNE; von Henri de Toulouse-Lautrec, Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Suzanne Valadon über Edgar Degas, ziehen sich die heute großen Namen.

DSC_0728Neben den Gemälden, auch eines aus der blauen Periode des jungen Picasso, gibt es auch sehr viele eindrucksvolle Grafiken, Studien aus dem bunten Leben dieses Viertels und weltberühmte Plakate der Unterhaltungsshows, die sich dort angesiedelt hatten, zu sehen. Ein buntes Leben unter teils schlimmen, ärmlichen Bedingungen, aber voller Aufbruchsstimmung, spiegelt sich in den Werken wieder.

Die Werke von Henri de Toulouse-Lautrec, vor allem auch die Skizzen, haben mich am meisten beeindruckt. Mit wenigen Strichen trifft er die Menschen und Situationen auf den Punkt. Mit der Ausstellung wird eine große Kunstepoche lebendig und greifbar.
Ich empfehle, Karten vorher online zu kaufen und sich einen Audioguide (€ 3,00 + € 10,00 als Pfand) auszuleihen. Zumindest am Wochenende bilden sich Schlangen vor dem Ticketschalter.

ESPRIT MONTMARTRE. DIE BOHÈME IN PARIS UM 1900
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
RÖMERBERG
60311 FRANKFURT

Näheres findet sich auf der Website der Schirn.

Schreibe einen Kommentar