MOM’S JEANS | REEBOKS | BOMBERJACKEN | PASTELL


Alles kommt wieder. Aber doch immer ein bisschen anders – zum Glück. Meine Generation, wir sind die Kinder der 1980s. Die Träger der Karottenhosen, Pastellfarben, Blousons und Nena-Haarschnitte.

Im Sommer 1982 habe ich meine hüftlangen Haare in einen angesagten Stachellook verwandelt. Nach der Schule bin ich einfach zum Friseur gegangen. Als ich nach Hause kam, hat meine Mutter ihre eigene Tochter nicht wiedererkannt. Ich fand es klasse. Heute könnte ich schreien, wenn ich daran zurückdenke ;-).

Es ist die Zeit von Madonna, des späten Punk, die Zeit von Kim Wilde, Ultravox, Spandau Ballet… Der Pulli in Pastell, der Lippenstift in knalligem Rot oder Pink, dazu viel schwarzer Kajal um die Augen. Ich könnte ewig weiter in Erinnerungen schwelgen.

Trotz aller modischen Entgleisungen der 1980s, ich mag Mode – und ich finde das Spiel mit den Retrolooks spannend. Vieles war wirklich schlimm, was in den 80s getragen wurde. Popper oder Punk war die Frage. Ich selbst war mehr punkig als pastellig, aber heute möchte ich einen lichten Look zeigen. Einiges der unten 80s kann man auch mit einem zwinkernden Auge wieder ertragen. Heute zeige ich euch einen solchen RETROLOOK und frage:

 

HOT OR NOT?

 

Die Umhängetasche von Liebeskind erdet den Look und bringt ihn ins Jahr 2015.

Na, was meint ihr? Egal, ob 20 oder 50 Jahre jung, seid ihr bereit für kurze Pullis, Karotten- und Highwaist-Jeans, Bomberjacken, Collegblousons und Retrosneaker?

Ich bin gespannt auf eure Statements!

Euer stylepeacock

Chris

 

 

– beinhaltet Kooperationslinks –


2 comments

  1. Hallo liebe Chris, jetzt nehme ich doch mal “die Feder in die Hand” und schreibe Dir ein paar Zeilen zu diesem Thema. Als ich am Wochenende Deinen Artikel gelesen hatte, schwirrten vor meinem geistigen Auge dermaßen viele Bilder herum, dass ich erst einmal “den Deckel auf den Topf legen” und … schweigen musste, und das Ganze erst einmal sortieren. Ich kann da ja gar nicht so schnell schreiben, wie ich denken kann! 🙂
    Interessant fand ich erst einmal, dass meine modischen (und kosmetischen) Achtziger sich sehr von den Deinen unterscheiden. Natürlich erinnere ich mich an z.B. die Karottenhose. Ich bin Abi-Jahrgang 82 und ich fühle mich definitiv als Kind der Siebziger. Die Zeit in der Oberstufe war bestimmt von den Poppern mit Bundfaltenhose in Karottenform, Kaschmirpullover und dem typischen Popper-Haarschnitt. Ich sehe uns beide als gleichaltrig an, da uns ja nur ein paar Jahre trennen, doch ich habe daran auch gemerkt, wie viel diese “paar Jahre” in jugendlichem Alter bedeuten. Was für einen Riesenunterschied es macht, ob Du neunzehn oder fünfzehn bist, wohingegen dies in unserem jetzigen Ich gar keine Rolle mehr spielt.
    Im Herbst 1982 begann ich an der Goethe-Uni in Frankfurt am Main mit meinem Studium. Und – schwupps – war ich erwachsen, die Schulzeit war Lichtjahre entfernt, in den Semesterferien arbeitete ich Vollzeit, stand also auch im Berufsleben. Und so sahen auch meine modischen Vorlieben aus.
    Mein Jahrzehnt ist modisch geprägt von Dallas und Denver-Clan. Ich fand diese Ladies einfach nur cool (ich finde sie immer noch super-cool!) mit ihren scharf geschnittenen Kostümen und den sexy Kleidern, den tollen Hosen und Seidenblusen, Leder, Chiffon, Organza, Pelz, alles in starken und auch knalligen Farben, alles so voller Kraft und Definition, dazu die langen, voluminösen Haare, großzügig gewellt, echter, auffälliger Schmuck, Perlenketten.
    Und die Parfums! Fendi, Armani, Ungaro, Versace, Trussardi, Oscar de la Renta, YSL usw., usw.
    Auch damals war ich schon gerne zu Fuß unterwegs. In Frankfurt fuhr noch die Straßenbahn Man konnte direkt von der Uni an der Bockenheimer Warte in die Innenstadt fahren. Die Endhaltestelle war am Goetheplatz, kurz vor der Hauptwache. Doch ich machte mir nahezu immer, wann auch immer ich zwischen Vorlesungen und Seminaren etwas Zeit hatte, einen Spaß daraus zu Fuß in die Innenstadt zu laufen. “Stadtwanderung” nannte ich das damals.
    Meine erste Boutique war “Wiener Moden” im Westend. Ich glaube, den Laden gibt es schon seit fast dreißig Jahren nicht mehr. Er war im gleichen Gebäudekomplex wie die Tanzschule Wernicke (für Leser, die sich auskennen), auf der anderen Seite, zwischen Siesmayer- und Myliusstraße. gegenüber an der Ecke gab es ein Café, doch der Name fällt mir leider nicht mehr ein. Dann ging es weiter zum Opernplatz, Goethestraße rauf und runter und rüber zur Fressgass. Mein Favorit damals war die Boutique “Annabel of Königstein”, im Bereich Goethe-, Ecke Rothhofstraße. Dort gab es Emanuel Ungaro, da hätte ich mir ewig die Nase platt drücken können. Tja, dort gab es in den Achtzigern einige Schätzchen zu entdecken, nicht nur in modischer Hinsicht …
    Mein Budget als Studentin war sehr schmal, doch bei “Wiener Moden” habe ich für meine Mutter mal ein kleines Seiden-Carré von Roberta erworben; es war geometrisch in asymmetrische Dreiecke in verschiedenen Grüntönen aufgeteilt.
    Doch eine Kommilitonin von mir, mit der ich manchmal mittags Essen ging, bevorzugte den modischen Style. Ihre bevorzugte Marke war Fiorucci, vielleicht erinnert sich hier noch jemand daran. In Frankfurt gab es damals zwei Läden dieses Labels, an die ich mich noch erinnere, einer am Anfang der Eschersheimer Landstraße, wo damals noch die Post war, Nähe Kaufhof, der andere in der Liebfrauenstraße, rechts vor Burger KIng, wenn man von der Zeil Richtung Paulsplatz läuft.
    Die Hauptfarbe war Pink, bauschige Miniröcke, weiß-pink gestreift, pinke Strumpfhosen, flache Schuhe, Haare im Marilyn-Monroe-Style, Karotten-Jeans extrem, Klimper-Wimpern und Eyeliner mit viel Mascara und viel Schwarz. Ja, das war schon witzig, aber nicht so meins; ich liebte damals schon die hohe Mode (ich liebe sie immer noch), doch heute bin ich viel aufgeschlossener, leiste mir Verrücktheiten – das wäre mir damals nicht in die Tüte gekommen. 🙂
    Für mich sind die Achtziger definitiv super-hot. Was ich nicht mehr sehen will, sind Fledermausärmel. Den Lagen-Look finde ich top, Fake-Teddy-Fell darf unbedingt dabei sein! Latzhosen & Co. lieber nicht, doch ein Overall in schwarz – Daumen hoch. Ich hatte einen von Blacky Dress mit mäßig weitem Marlene-Bein aus schwarzem Leinen. Mit feinen Perlmuttknöpfen, kurzen Ärmeln, kleinem Kragen, V-Ausschnitt, alles sehr sophisticated. Super weite Plisseeröcke; meine war auch von Blacky Dress, auch schwarz, aus der damals noch relativ neuen Cool Wool, 95 cm lang, ein Traum. Die Farben waren toll; neben schwarz, royalblau, pink, rot, Smaragd, Farben voller Strahlkraft. Von Dior gab es eine Palette in Papageienfarben (auch gelb war mit von der Partie).
    Und die Parfums, richtige Kracher, ja so etwas würde ich mir definitiv auch wieder wünschen, wie z.B. das Original Paris von YSL oder Giorgio Beverly Hills. Beide bereichern noch heute meine Parfum-Sammlung; ich pfeife drauf, wie andere das finden! 🙂
    Tja Chris, sehr schöne Erinnerungen hast Du da bei mir wach gerufen.
    Na ja, jedes Jahrzehnt hat so seine (modischen) Hochs und Tiefs. Interessant finde ich, wie vieles dann – modernisiert – wieder aufgelegt wird. Allein dadurch, dass es ja ganz neue Stoffe und auch neue Herstellungsweisen gibt. Manches bleibt jedoch in der Versenkung verschwunden – das finde ich fast noch spannender! Toll, wenn man dabei war und Vergleiche ziehen kann!
    In diesem Sinne liebe Grüße an Dich und alle andern hier, bis demnächst, Ulrike 🙂

    1. Liebe Ulrike, wie lustig, jetzt weckst du wiederum Erinnerungen in mir. Ja klar, Fiorucci, die Marke mit den Putten (Engelchen). Wir hatten eine Boutique in der nähe der Schule, da gab es Fiorucci und Sash. Erinnerst du sich noch an Sash-Hosen? Oder schrieb man das sogar “Sasch”? Einen Overall hatte ich mit 14 – aus orange-pink changierendem Chintz, frag mal die Leute heute, was Chintz ist 😉 Der hate über all Reißverschlüsse, ich fand den soooooo schick. Ich habe mir gerade eine kleine Jacke in Faketeddy gekauft 🙂

      Ach ja, und die Straßenbahn fährt immer noch so in Frankfurt, und sie ist neben U- und S-Bahn auch jeden morgend brechend voll mit Studenten, denn der Uni Campus ist ja mittlerweile auf die ganze Stadt verteilt, da kann man eine Vorlesung im Westend und die nächste im Ostend haben, vor allem, wenn man Fächermix wie bei Lehramt studiert. Der neue Westend Campus ist wunderschön, da habe ich letztes Jahr eine Messe mit ausgerichtet, die Studenten da habe es gut, purer Bauluxus inkl. 40 qm Sonnenterrassen und überall Cafertia-Ecken.
      Ich hatte eine total Ballonrockphase, die fand ich so hot. Dazu halblange Haare, wild geknetet und ein Tuch im Haar, bunte riesige Plastikcreolen und knalligen Lippenstift zu weißer Haut. Aber ich war ja an der Kunstakademie, da gab es dann auch viele Latzhosen und punkiges, alle quer Bett und immer ein bisschen schrill. Ich wohnte in einer Altbauwohnung in der Innenstadt, die Kneipen um die Ecke, mit Kohleofen und Bad außerhalb der Wohnung – das war ohne Heizung und hatte Glatteis in der Dusche im Winter. Ich war 18 und es war meine erste eigene Wohnung und fand das so cool! Finanziert habe ich mein Leben als erster weiblicher Türsteher der Stadt, hihi. 3x die Woche habe ich die ganze Nacht bis morgens um 6 gearbeitet, jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag. Immer mit weißer Haut und knallrotem Lippenstift.

      Ach ja…. was sind die jungen Leute heute alle so beunruhigend brav, wohnen daheim, sparen auf einen Neuwagen… Danke für die tollen Erinnerungen!

      Liebe Grüße
      Chris

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