INSTASTORIES & SNAPCHAT | DIE SOCIAL MEDIA REVOLUTION?

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DER EINFLUSS VON INSTASTORIES & CO AUF DIE (BLOGGER-)WELT

Erst Snapchat und nun seit August 2016 Instastories: zwei Apps, bzw. Features, die tatsächlich die Blogger- und Social Media Welt mehr verändert haben, als man es je hätte voraussehen können.

Instagram & Snapchat? Die Social Media Revolution?

Als Snapchat erschien, kristallisierte sich schnell heraus, wer dieses Tool für temporäre Videos und Fotostories hauptsächlich nutzt: es waren weitgehend Teenager und eben Blogger. Auch solche, die keinen YouTube Kanal betreiben, können nun via Snapchat und Instastories mit Videos aus dem Alltagsleben mehr von ihrer Person zeigen. Die Person hinter dem Blog bekommt eine Stimme und der Follower Einblicke in das (scheinbar) echte und ungeschönte Leben des Bloggers. Seit neuestem wartet nun auch Instastories mit lustigen Filtern auf und steht Snapchat nun um kein Hasenohr mehr zurück.

Haben wir zuvor nur Beiträge des Bloggers gelesen, Instagram-Bilder oder Fashionshoots bewundert, können wir jetzt von früh bis spät sein Leben begleiten. Morgens schauen wir unseren Lieblingsbloggern beim ersten Gähnen und Aufwachen zu, sehen sie ihre Katze streicheln, begleiten ihren Weg zum Einkaufen und gehen abends mit ihnen zurück ins Bett.

BERUFSBILD BLOGGER

Es ist eine Bloggerwelt, die man nun besser als Bloggerbusiness bezeichnet, denn immer mehr betreiben ihren Blog professionell haupt- oder zumindest nebenberuflich. Blogger, der neue – vermeintliche – Traumjob.

Instagram & Snapchat? Die Social Media Revolution?

Noch vor zwei Jahren, so möchte ich behaupten, startete man einen Blog, weil man etwas zu sagen hatte und mit der Welt teilen wollte. Ob ein Faible für Fashion, kreative Talente, ein Hang zur Dekoration und schöner Einrichtung oder weil man als Leseratte gerne Bücher vorstellt, dies sind wohl die ursprünglichen Auslöser, einen Blog zu starten. Heutzutage träumen immer mehr junge Menschen einfach davon „in Blogger“ zu sein, ohne recht zu wissen, was dies bedeutet und auch erfordert.

Für mich war ein Blog die Möglichkeit, mein Interesse an allen kreativen und stylischen mit meinen Skills, die ich im Studium, Weiterbildung und Berufserfahrung gewonnen habe, unter einem Dach zu vereinen. Die Leidenschaft zu schreiben, der Spaß an der Fotografie, das Interesse an Trends, die Erfahrung im grafischen Bereich, alles Dinge, die gebündelt in meinen Blog einbringen kann. Ein buntes Magazin aus Beauty, Fashion, Interior & Lifestyle soll er sein. Mehr Magazin als Personenkult, daher heißt mein Blog auch stylepeacock und trägt nicht meinen Namen.

Aber, ob nun Erdbeerliesel, Frau X oder eben stylepeacock, entscheidend soll doch der Content sein. Sinnig, wertig, unterhaltend. Mein Leben teile ich, soweit ich das möchte, über meinen Content. Wenn es etwas mit dem Thema des Blogbeitrags zu tun hat, berichte ich über meine Auseinandersetzung mit meinem Alter, mit Gewohnheiten, Vorlieben. Lebensentscheidungen oder auch Selbstzweifeln. Als TRUMAN SHOW (s. Wikipedia) habe ich meine Berufung zum Blogger nie verstanden.

STARTUP BLOG | DAS NEUE GESCHÄFTSMODELL

Die Anzahl der Blogger wächst. Wie Pilze schießen neue Blogs aus dem Boden und kämpfen um ihren Anteil an Aufmerksamkeit. Viel Beachtung wiederum bedeutet viel Traffic, gute Zahlen führen zu einträglichen Kooperationen. Hat ein Blogger früher häufig 2-3 Jahre neben dem Job ohne jegliche Einnahmen gebloggt, um dann ganz aufgeregt die ersten Cents mit einem Werbebanner zu verdienen, steigt man heute ganz konzeptionell in das Business ein.

Es wird geplant und analysiert, die passende Nische festgelegt und mit Profi-Equipment durchgestartet. Ein gut geplanter Blog als Businessmodell kann heute innerhalb weniger Monate von 0 auf 100 schießen. Oder umgekehrt gesagt, sich schnell in den Top 50 des Landes befinden. Doch wie auch eben drei von Tausenden den Durchbruch zum Topmodel schaffen, laufen sich die restlichen auf der Suche nach einträglichen Jobs, bzw. Kooperationen die Füße wund.

Auch das letzte Unternehmen hat mittlerweile verstanden, dass man heute eine Botschaft durch die Sternsinger namens Blogger in die Welt tragen lässt. Die neue Generation Blogger entschuldigt sich bei seinen Followern nicht mehr für Kooperationen, im Gegenteil, Product Placement auf dem Blog steht für Begehrtsein und Erfolg.

DAS LEBEN IM BLOG-CONTAINER

Wer zu spät geboren ist, um die Bedeutung der Truman-Show noch zu verstehen und wie ungeheuerlich der Gedanke eines inszenierten Lebens (übrigens mit reichlich Product Placements) war, versteht vielleicht den Vergleich mit Big Brother besser.

Die eigene Wohnung wird zum Container. Wir filmen uns beim Aufstehen, beim Eincremen im Badezimmer und drei Minuten später läuft unsere Instastory, in der wir flöten wie „megageil doch diese Bodylotion“ ist. So zumindest sieht die Realität aus, wenn man mehr Follower und auch Kooperationen gewinnen will. Wenn wir einen Joghurt aus dem Kühlschrank entnehmen, filmt die andere Hand die Aufschrift und wir lesen vor, von welcher Molkerei unser Lieblingssnack stammt.

Die meisten Instastories, in denen Produkte platziert werden, sind wohl eher entweder gänzlich unbezahlte oder freiwillig geleistete Zusatzfeatures zu einer Kooperation. Dies hilft, beim Unternehmen für zukünftige weitere Aufträge gut anzukommen – ein Leckerli für den Kooperationspartner.

Instagram & Snapchat? Die Social Media Revolution?

WENN DER POSTMANN KLINGELT…

…zückt der Blogger nun sein Handy und dokumentiert mit  Aufschreien des Entzückens, was ihm da geschickt wurde. Ich habe das Gefühl, dass die Ausssendungen seit dem Einführen von Instastories stark zugenommen haben. Auch die originelle und markengerechte Verpackung der PR-Samples ist offensichtlich wichtiger geworden – rosa Lackboxen statt brauner Wellkartons. Aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil man eben mehr gezeigt bekommt.

Ich wette, es wurden ganze Praktikantenstellen nur dafür geschaffen, den Erfolg der Instastories & Snapchat Unboxings zu dokumentieren und zu analysieren. Der Blogger ist hier der meist kostenfreie Laiendarsteller eines Werbespots mit hoher Zielgruppenaffinität. Wer live auspackt, wird weiter beschenkt, bekommt mehr Follower und auf Dauer bessere Kooperationsbedingungen.

DER DRUCK DER OMNIPRÄSENZ

Für Unternehmen ist das ein verführerischer Deal. Man versendet PR-Samples und erhält – ansonsten kostenfrei – Werbung, die auch noch super zielgruppenaffin ist.  Das klingt so leicht wie logisch. Und von Unternehmensseite her ist dies ein so günstiger, wie auch erfolgreicher Schachzug. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn was ist, wenn man das Spiel mit den neuen Regeln nicht mitspielt? Wenn man „nur“ seinen Content, nicht aber seinen gesamten Tagesablauf teilt? Der Druck ist hoch, wenn man im Fokus der Follower und Unternehmen landen und dann auch bleiben möchte. Instastories spielen heute eine große Rolle, wenn es darum geht seinen Instagram-Account aufzubauen, Partner zu finden und auch Traffic für den Blog zu generieren.

Mit Erstaunen und manchmal auch eine gewissen Bewunderung verfolge ich, wie Blogger aus ihrem Alltag eine Truman Show machen. Ich kann nach oder zwischendrin in meinem langen Bloggeralltag mal für ein Päuschen auf das Sofa plumpsen. Mal 10 Minuten 5 gerade sein lassen und abschalten, soweit das geht – oder zumindest unabgelenkt einen Gedanken weiterzuspinnen.

MEINE INSTASTORY | MEIN WERBECLIP

Ich kann aber auch zuvor an den Spiegel rennen, um die die Nase zu pudern, die Wimpern tuschen, den Nudelippenstift auflegen und versuchen so optimiert ungeschminkt wie möglich auszusehen. Natürlich trage ich nicht das alte Löchershirt von meinem Freund, das ich Anno 2016 vor Einführung von Instastories noch als ständigen Begleiter hatte, sondern das einer (vielleicht auch nur gewünschten) Markenkooperation.

Dann falle ich langsam und mit der einen Hand filmend auf das neue Samtsofa im Vintagestyle oder dem cleanweißen Designerstück, das ich meinem Freund abgerungen habe. Das alte war echt keine dekorative Kulisse. Vielleicht stammt es aber auch aus einer Kooperation und freut sich daher besonders der wiederkehrenden Erwähnung. Das Hinplumpsen wiederhole ich dann so 2-3 Mal, bis es möglichst relaxt aussieht. Und dabei verbreitei meine Botschaft: “ Mädels, ich sag auch, das Shirt hier ist so ultra, ihr sollte echt mal bei XY schauen. Ich mach jetzt erstmal ne Pause und essen den neuen Riegel von Z, denn der macht Megalaune und gar nicht dick.“

INSTASTORIES & SNAPCHAT  | LEBEN ODER DOKU-SOAP?

Ich denke tatsächlich sind die meisten dieser „Product Placements“ gar keine vertraglichen. Es wird einfach total selbstverständlich permanente Promotion betrieben. Mir scheint es. als habe sich das bei einigen Bloggern richtig verselbständigt, nicht bei allen natürlich. Ob aus echter Überzeugung, reinem Spaß – oder weil man sich davon weiters erhofft, sei dahingestellt. Tatsache ist, man macht sich zum billigen Promowerkzeug.

Instagram & Snapchat? Die Social Media Revolution?

Und wann machst du dann wirklich Pause? Wenn du deinen kleinen Spot abgedreht hast? Ich sehe diese gänzliche Dokumentation des Alltags wirklich sehr kritisch und auch eine gewisse Gefahr darin. Die Welt ist voller Spanner, Spinner und Stalker. Und so manch noch wirklich junges Mädchen zeigt einfach wirklich nahezu alles von sich, die Wohnung, das Umfeld, die Angewohnheiten oder auch nackte Haut.

LEBST DU SCHON ODER SPIELST DU NOCH?

Wie authentisch bin ich noch, wenn das Essen erst filmreif und nur im passenden Geschirr angerichtet wird, wenn jedes Treffen mit Freunden zum Reality-Doku-Event wird? Wie intensiv lebe ich, wenn ich beim Laufen auf der Straße die Welt gar nicht mehr aufnehme, weil ich ständig plappernd in mein Handy starre? Das Dokumentieren von Ereignissen kann zur richtigen Sucht werden. Man hat das Gefühl, etwas wichtiges zu verpassen, wenn man diesen und jenen Moment nicht mit seinen Followern teilt.

Wer nicht mitspielt, verliert auch tatsächlich. Der nicht omnipräsente Blogger verliert Follower, erhält weniger Produkte und auch nicht so viele Einladungen zu Events. Denn auch hier freuen sich natürlich die Agenturen und Unternehmen – verständlicherweise – über Blogger, die alles live teilen.

Die vermeintliche Freiheit neuer Möglichkeiten durch Snapchat und nun eben Instastories, birgt immens viel Zwang und Druck. Die Karten wurden neu gemischt und die Regelnandersaufgestellt. Der Blogcontent tritt in den Hintergrund, der Blogger als Person und als Werbeträger ins Rampenlicht.

Im Übrigen glaube ich, dass Snapchat nicht überleben wird. Die Integration in Instagram ist einfach ein zu genialer Schachzug, weil hier die Community bereits besteht und hier die eigenen Follower und Kooperationspartner direkt bedient werden können.

 

ALLE GEHEIMNISSE LÜFTEN?

Der Hype ist derzeit enorm. Alles wird gefilmt und dokumentiert, ob man Radieschen bei Aldi kauft oder einfach nur U-Bahn fährt. Aber hält das auf Dauer wirklich die Beziehung zu unseren Followern lebendig? Ist es nicht wie in einer Partnerschaft? Sollte man nicht einen kleinen Rest Geheimnis wahren? Werden unsere Follower nicht vielleicht auch eines Tages müde und genervt dabei, uns das 100. Mal ins Fitnessstudio zu begleiten? Müssen sie uns knittrig, unausgeschlafen und unsere dicksten Pickel genau kennen? Muss ich wirklich jeden mit in mein Bett nehmen?

Yumi Matratze von Matratzen Concord | Im Bett bleiben

Kann diese permanente eigene Präsenz nicht zum Burnout führen? Brauchen wir nicht Oasen des Rückzugs und ein echtes Privatleben? Kann man das dann noch genießen, wenn man etwas richtig tolles erlebt und dauernd denkt,man verpasst etwas? Eigentlich müsstet du diese Mega-Party, diesen tollen Pol, dieses Wahnsinnsbuffet, die Megapizza doch digital „teilen“? Kann man dann als Blogger überhaupt noch wirklich entspannen und privat genießen?

MEIN TAG IM ZOO | (K)EINE INSTASTORY WERT

Ich war mit meinem erwachsenen Sohn im Zoo. Ich liebe diese wenigen privaten Momente nur für uns. Er ist ein attraktiver Kerl, aber er sit auch ein Mensch, der ein Recht auf sein Leben hat und sich nicht vorführen lassen muss. Die Schlange am Einlass war filmreif lang, das Wetter prächtig,der Zoo so voll wie noch nie. Unsere Pause mit Pommes und Bier im dortigen Mexikaner sicher dokuwürdig, mehr noch die mega Tapasplatte, die wir Abends in unseren Lieblingsargentinier in Frankfurt verputz haben. Vermutlich bekäme ich diese sogar umsonst, würde ich mein Essen dort dokumentieren.

Alle die Bilder des Tages… wo sind sie nur? Sie sind in meinem Kopf, in meiner Erinnerung, da, wo ich sie jederzeit herausholen kann und sie gehören nur mir und meinem Sohn. Die Kamera ist daheim geblieben. Es gibt ein paar Handybilder vom Haus-Pfau des Zoos, ein altes Ritual, das muss jedes Mal sein. Dazu existiert noch ein kleines Video der putzigen Erdmännchen, dies alles rein privat, ansonsten kein einziges Bild. Es war der entspannteste Tag, den sich seit einem Jahr hatte.

ANGEKOMMEN IN DER DIGITALEN „REALITÄT“

Die Uhren drehen sich immer schneller. Selbst ein so junges „Berufsbild“ – wie das des Bloggers – hat es geschafft, durch die Einführung eines einzigen neuen Tools, eine schwerwiegende Veränderung zu erleben. Doch nicht nur die Anforderung an das Bloggen hat sich hier geändert. Privatsphäre scheint etwas zu sein, das zunehmend an Stellenwert verliert. Wer mitspielen will, muss sich zeigen und zwar nicht mehr nur einmal am Tag in Form eines Beitrags oder Bildes. Nein, man zeigt sich immer, ob morgens, mittags und abends, Im Bett, beim Essen, beim Laufen, beim Autofahren (ein gefährlicher Spaß als Fahrer, nicht nur für einen selbst).

RED CARPET DER SOCIAL MEDIA WELT

Man muss das ja nicht mitmachen, mag manch einer sagen. Doch wer einfach nur schreiben und durch Content überzeugen möchte, tut sich zunehmend schwerer, überhaupt noch jemanden mit seinen Inhalten zu erreichen, wenn er nicht mitspielt. Ein gnadenloser Kampf, gesehen zu werden, hat begonnen. Manchmal frage ich mich nur, wann produziert man denn noch Content für den Blog, wenn man den ganzen Tag mit Selfpromotion und Product Placement auf den Social Media Kanälen beschäftigt ist?

Wie sieht es mit euch aus? Möchtet ihr so viel wie möglich aus dem Privatleben eines Bloggers erfahren – was ja durchaus unterhaltende Momente hat? Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie das ist, wenn immer die Kamera dabei ist und wie viel Aufwand dahinter steckt, auch die Social Media Kanäle zu bedienen?

Schaut ihr euch die Instastories oder Snapchats gerne an oder schenkt ihr diesen weniger Beachtung? Habt ihr bereits neue Blogger und Blogs auf diesem Weg entdeckt oder besucht ihr andere nicht mehr so oft, weil sie nicht live präsent sind?

Interessieren euch mehr Artikel zum Thema Bloggen, Bloggerwelt und Social Media? Hier in meiner Katgeorie „→ ABOUT BLOGGING“ findet ihr zahlreiche Beiträge zu allerlei aus diesem Themenbereichen, Lustiges, Ernstes, Sachliches und Kritisches.

Ich bin echt gespannt auf eure Meinungen zu diesem Thema, sowohl von anderen Bloggern als auch von reinen Lesern/Followern.

 

 

Euer stylepeacock

Chris

 

 

 

 

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8 Kommentare

  1. Ich war jetzt am langen Wochenende mit meinem Freund und meiner Familie auf Fehmarn, Campen, so gar nicht Bloggerlike. Das war so schön, einfach mal aus diesem Internetding rauszukommen. Ich liebe das Bloggen und beschäftige mich auch gerne mal mit Instagram, aber mal so eine Pause davon zu haben ist auch echt befreiend!
    Was Instastories angeht: ich weiß nicht, also ich gucke mir hin und wieder gerne an, was meine Lieblingsblogger so machen. Für mich ist das aber kein Muss. Ich hab auch gar nicht annähernd ausreichend Zeit um mir die ganzen Stories anzusehen. Und ehrlich gesagt will ich meine Zeit auch nicht damit verschwenden, meistens sind sie dann doch eher uninteressant.
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

  2. Mensch, wenn ich das lese, dann fühle ich mich wie ein Dinosaurier:D
    Bei diesen ganzen Seiten bin ich nicht angemeldet, mein Handy schweigt fast den ganzen Tag,
    Ich schaue mir gezielt bei youtube Videos an wenn ich mich für etwas interessiere
    oder lese bei Bloglovin, dort aktuelle ich täglich und schaue was es Neues gibt.

    Liebe Grüße Steffi

  3. Chris, dein Post ist wie immer prägnant.
    Ich beobachte etwas anderes, was mich auf eine seltsame Art und Weise viel mehr fasziniert:
    Der Burnout bei Social Media Stars. Top Instagrammer die den Stecker ziehen. Youtube Beauty Queens, die plötzlich in ihren Videos (nach mehrwöchiger Pause), durchschimmern lassen wie unfassbar stressig der „effortless lifestyle“ ist, den sie (re)präsentieren.
    Ich frage mich wie die Mädels (denn oft sind sie noch sehr jung – Teenager oder Anfang bis mitte zwanzig) es schaffen immerzu ihr Leben auf hochglanz zu polieren für Social Media. Und wieso zur Hölle das der Traumjob ist – und wieso Leute glauben er sei leichter zu erreichen als Topmodel, Hollywood-Sternchen oder Sängerin. Ich frage mich wie viel vom Leben einem noch bleibt?
    Ich arbeite in einem anspruchsvollen Job, bin viel unterwegs und habe selten Tage an denen ich die vertraglichen 8 Stunden leiste. Und ich bin müde, wenn diese Zeit rum ist. Ich freue mich auf das bisschen Freizeit – auf das löchrige Shirt von meinem Freund und manchmal Junkfood im Bett (nicht hübsch räkelnd auf einem reinweißen Laken, sondern den matschigen Burger essen während mein aussieht wie ein normaler Bauch aussieht wenn man auf seinen Knien den Laptop balanciert, mit einer Hand Pommes isst und mit der anderen im Internet surft 😉 ). Ich freue mich darauf, nicht gesehen und geliked werden zu müssen. Ich freue mich, dass ich durchatmen kann, doof oder dick aussehen kann, und dass es ehrlich niemanden was angeht.
    Toll, wenn Blogger ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Aber der verklärte Blick darauf wie „easy“ alles ist, den müssen wir ablegen. Das Blogging ist eine Industrie die den Kindesbeinen entwachsen ist, aber noch nicht „erwachsen“ ist. Vieles ist im Flow, vieles wird probiert und wieder verworfen (erinnert ihr euch, wie plötzlich alle bei Periscope waren?…). Das ist schön und gut, aber die „Konsumenten“ von Blogs sollten mitwachsen. Sich im klaren sein, dass das schöne, unbeschwerte Leben knallharte Regeln hat, und oft von einem Regime aufrecht erhalten wird, dass den „echten“ Karrieren um nichts nachsteht, sondern im Gegenteil mehr abverlangt.
    Ich freue mich darauf hier auf deinem Blog deine Beobachtungen weiter zu verfolgen!

    • Ja, selbst ich bin zwar nicht so erfolgreich, aber gerade ein wenig am Limit und habe für mich entscheiden, derzeit diese Truman Show nicht mitzumachen, aber es kostet mich Traffic, merklich. Und dies wiederum macht natürlich auch Druck, aber ich möchte interessanten Content bieten und nicht meinen Alltag pausenlos dokumentieren oder mein Leben zur Stätte des Productplacements machen. Schade ist aber, wenn die Leute den Content nicht lesen, weil ich sie nicht schon vom Bett aus morgens mit dem Video einer ungebügelten 50jährigen begrüße. Es reicht schon, dass man als Blogger dauernd denkt, das müsstest/könntest du jetzt zeigen, das stresst mich gerade genug. Ich verstehe auch nicht so ganz, was daran so spannend ist, Blogger XY jeden Tag Selbstgespräche führend auf dem Weg zu Arbeit im Auto zu beobachten (wann gibt die ersten Instastories-Toten im Verkehr?) oder auf dem Weg in den Supermarkt. Ist das die Faszination der Nahbarkeit oder was? Warum schaut man Menschen beim Joghurt kaufen oder kauen zu? Ich weiß allerdings, mein Traffic wäre derzeit weitaus höher, würde ich dies mitmachen, aber ich mag nicht. Und sicher fühlen sich durch meinen Beitrag auch manche auf den Schlips getreten, aber ich mache das, was ich immer tue, ich sage, was ich denke. Ich glaube, dass da noch so einige an ihr Limit kommen werden, keiner kann das auf Dauer durchhalten. Und vielleicht ist ja irgendwann dieser Hype des Alltags-Voyeurismus vorbei, ich hoffe es.Hihi, ich liebe es wie du auch, so richtig abgefratzt daheim zu sein und auch die Wohnung sieht nicht immer so aus, dass sie für spontane Videos taugt 😉 Wann machen die das alle alles?
      Ich danke dir für deinen großartigen Kommentar!
      LG
      Chris

  4. Miri Tätweiler on

    Seitdem ich liiert und viel mit meinem Kerl unterwegs bin, mache ich nicht mehr so viel im Internet und ich finde das gerade so richtig befreiend. Back to life back to reality. .. Was war denn bei dir los, Chris? Ich hoffe nichts Ernstes!

  5. Hallo Chris! Puh, da hast du aber ganz schön ausgeholt! Ja, so ist das Leben heut zu Tage! Alle sitzen jeden Morgen an gigantisch gedeckt und bestückten Frühstückstischen, natürlich ausgeschlafen, perfekt gestylt und frisiert! Kein „Schlabber-Schlafshirt“, nein, schneeweiße Hemden perfekt über die makellose Schulter drapiert! Alles ist healthy…! Alles glamour…! Alles so easy…! Ja, und dann sehe ich mich ;)! Ich bin froh, wenn ich mich morgens im Spiegel erkenne, mich einigermaßen zeitnah fertig gemacht bekomme! Und wenn es richtig gut läuft, gibt’s auch einen Kaffee (to Go) vor der Arbeit für mich! …
    Ich persönlich bin teilweise recht genervt von dem „schöne Welt gedudel“! Oder der reinen Verkaufsshow a la „die Hose, die Schuhe, das Shirt … sind so toll und ich habe einen Rabattcode für euch…!“ Es gibt wirklich wenige, die es schaffen real zu bleiben! Einigen folge ich, jedoch schaue ich mir nicht alle Instastories an! Mein Leben ist spannend genug – da muss ich nicht auch noch bei anderen ins Fenster schauen!
    Ich selber stelle auch gerne Produkte vor und teile meine Meinung oder Erfahrung darüber mit! Manchmal habe ich auch Lust auf eine kleine Instastorie! Allerdings halte ich es ebenso wie du: die schönsten Erlebnisse bewahre ich in meinem Kopf und meinem Herzen! Und genieße diese Zeit intensiv mit der Familie, den Freunden oder einfach nur mit mir!
    Und wie du ja auch sagst: Instagram und Co. ist kein Zwang! Jeder gibt so viel preis, wie er möchte/kann! Wer mit dem Gedanken großer Kooperationen an die Sache „Instagram“ herangeht, wird sicherlich nach kurzer Zeit frustriert scheitern! Ich würde lügen, wenn ich mich nicht auch über Anfragen freuen würde, jedoch ist es nicht mein Hauptziel! Vielmehr freue ich mich über die vielen neuen und netten Kontakte! Schon so manch‘ netter Plausch ist entstanden! Das unvergesse Event in Berlin mit dir! Ja, das sind tolle Ereignisse, die das Leben versüßen und real sind #fürmehrrealitätaufinstagram ! Ich freue mich auf Instagram oder einigen Blogs über Inspiration! Ich möchte aber nicht gesteuert werden!
    Zum Glück weiß ich, wo ich mein Handy sperren kann um wieder ins wahre Leben zurückzukehren ;)!
    In diesem Sinne: ich wünsch‘ dir alles Liebe, hoffe deine „Dinge der letzten Tage“ haben sich geregelt und ich werde hoffentlich noch lange auf deinem Blog inspiriert! Vielleicht schaffen wir ja tatsächlich noch einmal einen „Mädelsabend 2.0“! Ich würde mich freuen! Fühl dich herzlich gedrückt von mir! Bis bald Ramona!

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